SSV Datteln

Pakt erneuert

Pakt erneuert
Der Pakt für den Sport, 2004 zwischen Stadt Datteln und Stadtsportverband (SSV) geschlossen, kann weiterlaufen. Auf einer Sondersitzung gaben die Vereine grünes Licht für einen überarbeiteten Vertrag – Laufzeit: 5 Jahre. Von dem Sportpakt profitieren Vereine und Stadt seit Jahren gleichermaßen.
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Grünes Licht für neuen Sportpakt
Stadtsportverband segnet überarbeiteten Vertrag ab / Hallennutzung wird teurer Von UWE WALLKÖTTER DATTELN. Der Pakt für den Sport zwischen Stadt Datteln und Stadtsportverband (SSV) kann weiterlaufen. Auf einer Sondersitzung gaben die Mitgliedsvereine des SSV am Mittwochabend – bei einer Enthaltung – grünes Licht für den modifizierten Vertrag. Jetzt muss noch die Politik im November zustimmen. Das aber dürfte reine Formsache sein, denn von dem Sportpakt profitieren Vereine und Stadt seit Jahren gleichermaßen. Dass der Vertrag neu verhandelt werden musste, lag an einem Antrag der CDU, die den Pakt zum 31.12.2016 kündigen wollte. Für die Union war der Vertrag nicht mehr zeitgemäß, berücksichtigte zu wenig Interessen von Kindern und Jugendlichen sowie stadtteilbezogene Projekte. Der Antrag fand zwar in diesem Jahr keine Mehrheit, obwohl auch die anderen Fraktionen Bedarf sahen, die von der Union geforderten Aspekte mit aufzunehmen. Es gab aber die Befürchtung, dass die Kündigung des Sportpaktes letztlich dazu führen könnte, dass ein komplett neuer Vertrag von der Bezirksregierung nicht mehr genehmigt würde, da es sich bei der Zahlung der Stadt an den SSV um eine freiwillige Leistung handelt. Und da Datteln Haushaltssicherungsgemeinde ist, ist das bei der Kommunalaufsicht nicht gerne gesehen. Die Kernaspekte des modifizierten Vertrags: Eine lange Laufzeit von fünf Jahren, die Vereinen und Stadt Planungssicherheit gibt. Die Summe, die jährlich von der Stadt an den SSV überwiesen wird – die der Verband unter seinen Mitgliedsvereinen eigenständig verteilt – bleibt während der gesamten Laufzeit fix bei 30000 Euro. Kinder- und Jugendarbeit soll stärker gefördert werden. Zusätzlich stellt die Stadt dem SSV 5000 Euro pro Jahr zur Verfügung, die zweckgebunden erstens für Projekte der Sportvereine in den jeweiligen Stadtteilen (3000 Euro), sowie zweitens für die Förderung der Integration von geflüchteten Erwachsenen in den Sportvereinen (2000 Euro) vorgesehen sind. Stellen die Vereine keine Projekte auf die Beine, fließt das Geld zurück an die Stadt. Gegenfinanziert werden diese 5000 Euro – und das war der Wermutstropfen auf der Sondersitzung des SSV für die Mitglieder – über einen Anstieg der Nutzungsgebühren für Sporthallen bei den Erwachsenen. Die Mitgliedsvereine des SSV zahlten bisher pro Stunde und Hallensegment 2 Euro für die ganze Gruppe. Ab 2017 werden vier Euro fällig. Seitens der Stadt und des SSV hält man diese Erhöhung aber für vertretbar – vor allem mit Blick auf andere Städte, wo die Hallennutzung deutlich teurer sei. Zumal die Stadt die Hallennutzung für die SSV-Mitgliedsvereine ohnehin subventioniert. Mietet die Familienbildungsstätte beispielsweise, die nicht dem SSV angehört, eine kleine Sporthalle an, zahlt die Gruppe 11 Euro, bzw. 14 Euro für ein Segment einer Dreifachhalle. Der Beitrag für Kinder- und Jugendsportgruppen bleibt bei einem Euro pro Segment/Stunde für die ganze Gruppe. Der Wunsch aus der Politik, diesen Betrag auf null zu senken, habe sich in den Verhandlungen nicht durchsetzen lassen, betonte der SSV-Vorstand.
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Es gilt das Solidarprinzip
Das ist eine gute Nachricht für die Sportler in Datteln: Der Pakt für den Sport, seit 2004 ein Erfolgsmodell zur Sportförderung in der Kanalstadt, kann weiterlaufen. Denn eines ist sicher: Ohne die visionäre Weitsicht des damaligen SSV-Vorstands würden die Sportvereine heute von der Stadt deutlich stärker zur Kasse gebeten werden. Aber auch die Stadt profitiert von diesem Vertrag. Eine klassische Win-Win-Situation. Natürlich ist eine Verdoppelung der Sporthallengebühr für die Erwachsenen auf den ersten Blick eine dicke Kröte. Das muss man allerdings relativieren. Es geht hier für die beteiligten Sportler „nur“ um Centbeträge pro Übungsstunde. Das ist erstens zumutbar. Und zweitens gilt im Stadtsportverband als Gemeinschaft der Vereine auch das Solidarprinzip.
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Pakt besteht seit 2004
2004 kam es zur ersten Unterzeichnung des Paktes für den Sport zwischen Stadtsportverband und Stadtverwaltung – damals ein richtungsweisendes Projekt im Kreis Recklinghausen. Dank dieses Paktes für den Sport überweist die Stadt jährlich eine fünfstellige Summe an den Stadtsportverband (SSV), der eigenverantwortlich die Verteilung des Geldes an die Mitgliedsvereine vornimmt. Die Stadt spart so Personalkosten. Aus dem Sportpakt gibt es zum Beispiel Zuschüsse für eigene Sportanlagen, für die Anschaffung von Sportgeräten oder Jugendprojekte. Zu Beginn stellte die Stadt 50000 Euro dem SSV zur Verfügung. Wegen der klammen Haushaltslage wurde dieser Betrag sukzessive reduziert und liegt nun bei 30000 Euro. Zusätzlich generiert der SSV Einnahmen über Sponsoring und Spenden, die den Vereinen ebenfalls zugute kommen. Dem Dattelner Stadtsportverband gehören derzeit 32 Vereine mit 6500 Mitgliedern an, darunter 2300 Kinder und Jugendliche.
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Sport-Pakt vor dem Aus?

Sport-Pakt vor dem Aus? Ausschuss diskutiert über Kündigung / SSV warnt DATTELN. (uw) Er gilt seit Jahren als Erfolgsmodell, um den Bedürfnissen der Sportvereine sowie der prekären Haushaltslage der Stadt gleichermaßen Rechnung zu tragen: der Pakt für den Sport. Doch das Erfolgsmodell steht möglicherweise vor dem Aus. Das befürchtet zumindest der Vorsitzende des Stadtsportverbandes (SSV), Peter Amsel. In der kommenden Woche wird nämlich der Sportausschuss über die Kündigung des Paktes diskutieren, der zum Jahresende ausläuft, falls er bis zum 30. Juni von Stadt oder SSV gekündigt wird. Grundlage ist ein Antrag der CDU-Fraktion, die ein neues Konzept für den Sportpakt fordert, da dieser in der jetzigen Form unter Berücksichtigung der aktuellen Haushalslage nicht mehr zeitgemäß sei. Peter Amsel räumt auf Anfrage unserer Redaktion ein, dass der derzeitige Pakt für den Sport an einigen Stellen sicherlich nachzubessern sei. Der SSV sei in jedem Fall gesprächsbereit. Amsel hat aber große Bedenken, sollte der Vertrag zwischen Stadt und SSV gekündigt werden. „Dann befinden wir uns in einem vertragslosen Zustand, der Vertrag müsste neu ausgehandelt werden und die Bezirksregierung muss diesem Vertrag neu zustimmen, was sich in dem Haushaltssicherungsverfahren als sehr schwierig erweisen dürfte.“ Der Pakt für den Sport wurde seinerzeit beschlossen, damit sich Verwaltung und Politik nicht mehr mit den finanziellen Belangen der Sportförderung aus städtischen Mitteln beschäftigen mussten. Der SSV (7000 Mitglieder) wurde daraufhin mit Finanzmitteln ausgestattet, um die Vereine zu unterstützen. Der ursprüngliche Betrag von 50000 Euro pro Jahr aus der Stadtkasse wurde bereits auf heute 30000 Euro reduziert.
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