SSV Datteln

Kanusport und Naturschutz sind kein Widerspruch

Kanusport und Naturschutz sind kein Widerspruch Mit Spannung und Erstaunen verfolge ich als aktive Kanusportlerin die Auseinandersetzung um die Verabschiedung des Landschaftsplans Lippe. Dabei stellt sich mir die Frage: Wem geht es denn hier wo-rum? Ohne Handlungsbedarf – die Tier- und Pflanzenpopulation im betroffenen Bereich ist in den letzten Jahren nicht schlechter geworden – soll nun eine Neuregelung durchgesetzt werden. Der Lippeverband ist nicht der Auffassung, dass die Lippe für bestimmte Nutzergruppen komplett gesperrt werden müsste. Wohl aber der Naturschutzbeirat mit seinem Vorsitzenden, Thomas Schiffgens vom BUND. Dabei wird dem Leser subtil vermittelt, dass die Kanuten den Lebensraum von Tieren und Pflanzen auf der Lippe beeinträchtigen. Wer einmal mit Kanusportlern eine Tour auf der Lippe mitgemacht hat, wird dies kaum nachvollziehen können. Nicht umsonst werden Ökoschulungen durchgeführt und die Einheit von Mensch und Natur praktiziert. Dass laut Herrn Karl Malden, Landschaftsplaner des Kreises, im Bereich zwischen den extrem befahrenen Autobahnen A43/A52 und dem Chemiepark Marl die Tierpopulationen wesentlich kleiner sind, als man es erwarten müsste, halte ich für kein haltbares Argument. War doch in letzter Zeit viel darüber berichtet worden, dass die Vogelbestände zurückgehen, weil u.a. deren Nahrungsgrundlagen (Insekten, Kleintiere) stark dezimiert sind. Und das liegt nicht am Kanusport, sondern an der immer stärkeren Belastung bzw. Vergiftung der Umwelt. Nicht selten sammeln wir Kanuten auf unseren Paddeltouren die Überbleibsel von Grillpartys am Ufer und Leergut von kommerziellen Kanu- bzw. Kanadiertouren auf der Lippe ein. Auf der Homepage unseres Vereins steht nicht umsonst: „Kanusportler sind nicht nur Sportler, sondern, weil es der Ort ihrer vorzugsweisen Freizeitgestaltung ist, auch Naturliebhaber. Die Beobachtungen der Kanusportler am Ufer, auf dem Wasser, auf Inseln, an Bacheinläufen, an künstlichen Einläufen, können wertvolle Hinweise auf Verschmutzungen und Beschädigungen der Fauna und Flora liefern. Spontane Aufräum- und Müllsammelaktionen ergänzen unsere Umweltschutztätigkeiten. Der Deutsche Kanuverband, der Landesverband NRW und die örtlichen Vereine unterstützen den Umwelt- und Naturschutz durch Ökoschulungen ihrer Mitglieder.“ Dafür stehen alle Kanuvereine! Umso erstaunlicher die Äußerung von Dr. Bert Wagener von Bündnis 90/Die Grünen: „Die Kanuten gehören da nicht hin.“ Ja wohin denn sonst? Kanusport ist nun mal ein Sport auf Flüssen und Seen. Gleichzeitig schreibt er in seinem Profil: „Meine politischen Schwerpunkte sind die Umweltpolitik im weiteren Sinne. Hierin eingeschlossen sind die Bedürfnisse der Menschen nach Erholung, Sport, Gesellschaft und Natur.“ So so! Der Kanusport ist ein Sport für Jung und Alt mit einem sehr hohen Erholungswert und erfordert Teamgeist und eine hohe Affinität zur Natur. Die Vereine, die im betreffenden Bereich ihre Bootshäuser haben, wären in der Ausübung ihres Sports massiv beeinträchtigt. Gerade Rundtouren ohne Einsatz von Autos wären dort nicht mehr möglich. Es bleibt zu hoffen und zu erwarten, dass am 27. November die Abstimmung im Kreistag im verantwortlichen Sinne aller Beteiligten und Betroffenen stattfindet und nicht demnächst – als logische Folge – noch Wander- und Fahrradverbote beschlossen werden.
Copyright 17.11.2017 MedienhausBauer